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Fachexkursion - Wiener Donaustadt - maßgebende Städtebau- und Infrastrukturprojekte

02. Juli 2026

Fachexkursion - Wiener Donaustadt - maßgebende Städtebau- und Infrastrukturprojekte

Am Donnerstag, den 02.07.2026, hat über den Verein raumplanung.at die alljährliche Fach-Exkursion stattgefunden. Diese hat uns heuer nach Wien Donaustadt zu maßgebenden Städtebau- und Infrastrukturprojekten geführt. Über 40 Experten*innen der Fachbereiche Raumplanung, Landschaftsplanung, Straßen- und Verkehrsplanung aus Verwaltung und von Planungsbüros sind der Einladung gefolgt.

Ausgangspunkt der Exkursion bildete die Vorstellung des Projekts Oberes Hausfeld durch den Logistiker und Projektleiter der Firma Zeppelin Herrn Dipl.-Ing. Mehmet Beyhan am zukünftigen Wohnquartier. Mit rund 26 Hektar Fläche zählt das Obere Hausfeld zu den zentralen Stadtentwicklungsgebieten Wiens. In der Donaustadt entsteht hier bis 2030 ein durchmischter, zukunftsorientierter Stadtteil mit Raum für rund 8.000 bis 10.000 Menschen – direkt an der U-Bahn gelegen (2 U-Bahn-Stationen erschließen das neue Stadtgebiet) und mit einem klaren Fokus auf bezahlbaren Wohnraum, klimafitte Freiräume und vielfältige Nutzungsangebote. Konkret entstehen auf 39 Bauplätzen, entwickelt durch 17 Bauträger, insgesamt 3.700 Wohnungen, davon rund 70 % gefördert.

Die anschließenden Vorträge und Einführungen zur Seestadt Aspern im Technologie-zentrum wurden durch Herrn Mag. Robert Grüneis (Geschäftsführer wien 3420) eingeleitet:
Auf dem ehemaligen Flugfeld Aspern wächst eines der weltweit innovativsten und mit 240 Hektar Grundfläche größten Stadtentwicklungsprojekte Europas heran. Seit 2014 werden in mehreren Etappen hochwertiger Wohnraum für mehr als 25.000 Menschen und über 20.000 Arbeits- und Ausbildungsplätze geschaffen. Mit direkter U2-Anbindung und perfekter Erreichbarkeit ist die Seestadt ein internationaler Wirtschaftsstandort und eine lebendige Lebenswelt zugleich.
Herr Dipl.-Ing. Neisen führte weiter aus, dass U-Bahn, Schnellbahn, Straßenbahn und Buslinien die Seestadt direkt mit dem Wiener Zentrum und der Region verbinden. Rad- und Fußwege erleichtern kurze Wege im Alltag. Für den Autoverkehr gibt es zentrale Stellflächen (Garagen), die das Mobilitätskonzept ergänzen. Rund zwei Drittel aller Wege sollen mit öffentlichen Verkehrsmitteln, zu Fuß oder mit dem Rad zurückgelegt werden – nur etwa ein Fünftel mit Auto oder Moped. Dieses durchdachte Konzept macht die Seestadt zu einer Vorreiterin in Sachen nachhaltiger Mobilität.
Dipl.-Ing. Friedl Vondruska (LACON) berichtete von den besonderen Umständen in den UVP-Projektänderungsverfahren. Nach einem kurzen Spaziergang in den Schauraum der Wien 3420 erklärte Herr Dipl.-Ing. Schuhmann (Fa. DELTA) die verschiedenen Projektstufen der Seestadt und die Aufgaben der Baulogistik anhand des Modells.

Nach der Stärkung im Restaurant Portobello führte uns die Exkursion weiter zum Projekt der Stadtstraße Aspern, wo uns Herr Dipl.-Ing. Dr. Krawtschuk (Mag. Wien MA 29), Herr Dipl.-Ing. Andreas Kauzner (MA 28) und Dipl.-Ing. Medek (IGP ZT) empfingen.
Der Norden Wiens ist eine dynamische Wachstumsregion, die an andere Stadtgebiete und das Umland gut angebunden bleiben muss. Bis zum Jahr 2038 sollen circa 220.000 Menschen in der Donaustadt wohnen - rund 25.000 mehr als heute. Im 22. Bezirk wird deshalb die Stadtstraße Aspern von Hirschstetten nach Seestadt West gebaut. Die Stadtstraße Aspern ist eine ca. 3,3 km lange, im Bau befindliche Hauptstraße B im 22. Wiener Gemeindebezirk. Sie wird von der Gemeinde Wien errichtet und soll von der A 23 Südosttangente über die An-schlussstelle Hirschstetten zum Heidjöchl nördlich der Ostbahnbegleitstraße führen.

Dort soll sie in weiterer Folge in die von der ASFINAG zu errichtende Schnellstraße S1-Spange Seestadt Aspern münden. Ein Baubeginn für die S1-Spange ist noch nicht abzusehen, die Stadt Wien errichtet daher die zur Erschließung der Seestadt Aspern nötige Anschlussstelle Seestadt West in Vorleistung selbst. In der anschließenden Führung an der Baustelle vor Ort konnten die konkreten Fortschritte besichtigt werden.
Wir wünschen den Projekten weiterhin viel Erfolg und bedanken uns bei allen Teil-nehmer*innen und insbesondere bei den Vortragenden für die äußerst interessanten und kurzweiligen Vorträge und Führungen. Wir freuen uns schon jetzt auf die nächste Exkursion von raumplanung.at im nächsten Jahr!

Helmut Sedlmayer und Christian Heitzer

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